Hunger vs. Appetit

Was machen wir uns nicht wahnsinnig. Jeden Tag stehen wir vor dem Spiegel und fragen uns warum der Hintern schon wieder dicker geworden ist, der Hüftspeck über die Lieblingsjeans quillt und das erste was uns bei unserem Anblick begrüßt unser Doppelkinn ist. Peinlich genau prüfen wir die Dellen an unseren Beinen, ziehen und schieben unsere Oberteile von links nach rechts und versuchen unseren Bauch in der Hose zu verstecken. Ich selbst wende diese Taktik regelmäßig an 🙂 .

Beinahe jeder von uns kennt diesen Moment in dem man sich fragt: „Warum eigentlich? Warum kann ich nicht einfach aufhören Schokolade, Burger, Pizza und Eis zu essen? Warum kann ich mir den Karamell Machiato, den Milchshake oder das Popcorn im Kino nicht verkneifen und stattdessen etwas „gesundes“ essen oder trinken?“

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Foto: mache via flickr

Sicherlich mag es viele Menschen geben denen es leicht fällt sich gesund oder ausgewogen zu ernähren und auch solche die es schaffen Ihren Alltag so zu verändern, dass es dauerhaft leichter wird und man sich rundum wohl fühlt. Dennoch kämpfen viele von uns jeden Tag wieder damit zum richtigen Snack zu greifen oder schlichtweg zu erkennen wann es genug ist.

Aber warum ist das eigentlich so? Gibt es da wirklich einen Engel und einen Teufel die sich auf unseren Schultern einen erbitterten Kampf liefern? Gibt es ihn, den haarigen, fetten Schweinehund der sich an dem labt, dass wir wahllos in uns hineinstopfen um plötzliche Gelüste zu befriedigen? Der der uns stetig davon abhält laufen oder schwimmen zu gehen um überschüssige Kalorien wieder loszuwerden? Zudem bescheißen wir uns ja oftmals gern selbst indem wir uns einreden, dass wir uns nach einer intensiven Sporteinheit oder einem gesunden Salat ja etwas Süßes „verdient“ hätten. Bei etwas oder einem Stück bleibt es im Regelfall aber nicht. Aber woran liegt das?

Die Antwort ist ganz simpel. An unserem Appetit!

Er sorgt dafür, dass wir nicht an duftenden Leckereien vorbei gehen können, dass wir bei einem Buffetabend mit Freunden nicht einfach mit unserem stillen Wasser daneben sitzen, während alle anderen sich die Bäuche vollschlagen und das uns beim bloßen Anblick eines Double Chocolate Muffins das Wasser im Mund zusammen läuft.

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©berriebetty.blog

 

Fachlich gesehen ist er das lustvolle Verlangen nach Nahrung. Was ja auch Sinn macht, wenn man mal darüber nachdenkt wie scharf man auf den Kuchen werden kann den die Kollegin mitgebracht hat oder wie sehr es uns anmacht auf dem Weihnachtsmarkt oder der Kirmes an der duftenden Bratwurstbude vorbei zu gehen. Das kann einem schon den Kopf verdrehen. Und auch wenn ich mir noch so sehr vornehme an meinem Mädelsabend nur Gemüsesticks zu essen so wird sich dieser Plan spätestens dann verflüchtigen wenn die Schüssel mit den Nachos herumgereicht wird und mit der betörende Duft von Käse in die Nase steigt. Ich bin für sowas nämlich maximal anfällig.

Als Appetitanreger spielen so viele Faktoren eine Rolle ihr lieben, dass es unmöglich ist alle davon zu eliminieren. Neben Gerüchen, Geschmack und Aussehen tut unser Gemütszustand sein übriges um uns essenstechnisch in die Knie zu zwingen. Denkt nur mal an eure schlimmste Trennung, die verpatzte Klausur oder den verlorenen Wettkampf. Wut und Trauer sind zwei der stärksten Gefühle die uns dazu verleiten uns mit Essen zu trösten. Danach fühlen wir uns aber nur kurz besser und dann kommt das schlechte Gewissen. Ich für meinen Teil esse auch gern aus Langeweile. Es gäbe tausend andere Dinge zu tun da bin ich mir sicher, aber ich verbringe meine Zeit lieber damit im Kühlschrank nach der ultimativen Beschäftigung zu suchen, was natürlich irgendwann fatal für die Figur ist. =D

Können wir etwas tun um unseren Appetit zu überlisten?

Ein Patentrezept gibt es nicht und das wäre auch langweilig denn dann würden wir immerzu auf alles verzichten was uns befriedigt. Zudem kann Appetit für uns auch bedeuten, dass unser Körper nach etwas verlangt das ihm gerade fehlt. Der ist nämlich echt ganz schön klug unser Körper. Er filtert alle wichtigen Nährstoffe aus unserem Essen, verteilt sie dahin wo er sie braucht und alles was übrig ist lagert er entweder ein, für schlechte Zeiten, oder scheidet er aus. Soviel dazu.

Jetzt gibt es aber noch jemanden, der ganz immens daran beteiligt ist was und wie viel wir essen. Ja richtig der Hunger!

Wie? Ist das nicht das Gleiche? Ein ganz klares NEIN. Hunger unterscheidet sich ganz erheblich von Appetit und ist im Grunde der an den wir uns halten müssen. Er ist einer der wichtigsten Bestandteile unserer Überlebenssicherung. Er schützt uns vor Unterernährung und Mangelerscheinungen und sagt uns wann wir Nährstoffe und Energie benötigen. Viele von uns wissen bloß leider gar nicht mehr woran Sie ihn eigentlich erkennen, denn das große Nahrungsangebot das wir haben verleitet uns dazu immer zu essen auch wenn unser Körper gerade keinen Bedarf nach Nahrung hat.

Natürlich gibt es auch hier keine Musterlösung um zu wissen wann genau Ihr Hunger oder Appetit verspürt. Meistens ist aber das allseits bekannte Magenknurren ein Indiz dafür, dass Ihr etwas essen solltet. Das kann durchaus schmerzhaft sein, wenn Ihr zu lange nichts gegessen habt. Aber auch Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen sind Anzeichen, dass Ihr zu wenig gegessen oder auch getrunken habt. Es mag blöd klingen, aber das Wichtigste ist, in diesem Zusammenhang wirklich auf euren Bauch zu hören. Gesund und trotzdem ausreichend zu essen ist aber dennoch ein langer Lernprozess wenn Ihr, wie ich es lange war, an einem Punkt seid an dem Ihr eigentlich überhaupt nicht mehr wisst was wichtig und richtig für euch ist.

Wenn Ihr tatsächlich etwas an eurem Essverhalten ändern wollt haltet euch fern von all den Crash Diäten, den Prophezeiungen innerhalb von kürzester Zeit ein Fitnessmodel zu werden und der Vielzahl von Kochbüchern die nur eine Ernährungsform als richtig predigen. Ich bin ganz sicher viele von euch müssen etwas oder auch viel ändern. Aber mit einem Brecheisen oder eisernem Verzicht werdet Ihr genau das Gegenteil erreichen. Übt euch in Geduld und geht kleine Schritte. Verkleinert eure Portionen, ersetzt süße Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee. Genießt euren Schokoriegel Stück für Stück und versucht dann zu spüren ob Ihr den zweiten wirklich noch essen wollt.

Ich kann euch nichts versprechen, aber aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es zwar seine Zeit dauert, Ihr aber im Grunde auf nichts verzichten müsst, trotzdem satt und zufrieden seid und es so schaffen werdet den richtigen Weg zu gehen.

Ich wünsche euch den größtmöglichen gesündesten Erfolg =)

Eure Nadine

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