Ehe für alle – Liebe für alle <3

Aus aktuellem Anlass möchte auch ich mich zu diesem äußerst wichtigen, wenn auch längst überfälligen Beschluss äußern. Jahre und Jahrzehntelanger Kampf, Demonstrationen, Gewaltausbrüche, Beleidigungen, Ungerechtigkeit und eindeutige Benachteiligung. Das sind nur einige von vielen Worten, Gefühlen, Situationen mit denen sich die queere Community auseinander setzen musste und leider heute immernoch muss.

So lang die ganze Diskussion um die „Ehe für alle“ gedauert hat, so schnell ging nun der Beschluss. Bei aller Freude die ich dafür empfinde, bin ich doch gleichermaßen schockiert darüber, dass bei insgesamt 632 abgegebenen Stimmen „NUR“ 393 der Abgeordneten FÜR die „Liebe für alle“ gestimmt haben. Und obwohl ich nun weiß, dass wir rechtlich gleichgestellt sind mit jedem heterosexuellen Paar stelle ich mir doch wieder etliche Fragen.

Wie kann es sein, dass erwachsene Menschen soviel Hass und Abneigung gegen eine Gemeinschaft in sich haben, die absolut nichts tut, dass irgendwem schadet? Wir leben, wir lieben, wir lachen und weinen. Unsere Gefühle füreinander und unser Leben miteinander unterscheidet sich in keinster Weise von dem eines heterosexuellen Paares. Wir respektieren das „normale“ Familienleben, wir ordnen uns unter. Wir gehen auf Partys und in Clubs die eigenes für uns Ihre Türen öffnen. In der Öffentlichkeit halten sich die meisten von uns respektvoll zurück, weil noch immer viel Unbehagen und Angst herrscht, welche Reaktionen wir wohl mit Händchen halten oder Küssen auszulösen vermögen. Doch warum eigentlich?

Immer wieder stelle ich, gerade in den sozialen Medien fest, dass Menschen mit Hasstiraden oder völlig unsinnigen Begründungen versuchen diese Art zu leben und zu lieben nieder zu machen. Natürlich nur geschützt und anonym hinter dem eigenen Bildschirm, denn zur eigenen Meinung offen zu stehen, das wäre dann doch zu viel verlangt. Aus der Bibel zitieren nur um etwas zitiert zu haben, dass irgendwie eine Begründung dafür liefert, dass unsere Art zu Leben falsch ist und wir dafür in die Hölle kommen. Bei allem Respekt, aber in diesem Buch können Leute von den Toten auferstehen, über Wasser gehen und das Meer teilen. Viel mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. Ich glaube was ich sehe und ich sehe um mich herum, insbesondere in meinem engen Freundes- und Bekanntenkreis, unfassbar viele tolle Menschen. Menschen die klug sind, clever, humorvoll, liebenswert. Menschen die so viel zu geben haben, dass ich in mancher hetero Beziehung vermisse. Menschen die füreinander da sind, sich gegenseitig unterstützen, hart für Ihren Lebensstandard arbeiten und fest hinter Ihren Überzeugungen stehen. Selten erlebt man so viel Leidenschaft für eine Sache, wie in einer Gemeinschaft, die von vermeintlich selbstvertständlichem ausgeschlossen wird.

Doch ich will mich im Grunde gar nicht beschweren. Heute haben wir einen kleinen Sieg errungen, auch wenn dieser von fast der Hälfte aller die abgestimmt haben abgelehnt wurde. Ein Sieg ist ein Sieg und ein Schritt mehr in eine Richtung die wir Gemeinschaft nennen können. Und wer weiß, vielleicht kommt ja irgendwann der Moment in dem auch der letzte versteht, dass nicht wichtig ist „WER MIT WEM“ sondern „WIE“. Denn Liebe bleibt Liebe ganz egal wer Sie mir gesteht.

 

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