Nie wieder Schampoo- Die „only water“ oder „no poo“ Methode! 4 Wochen nur Wasser?

Spülungen, Kuren, Cremes in hübschen Tiegelchen und Töpfchen, Haaröle, Schampoos in vielerlei Duftrichtungen, mit und ohne Silikone, Haarsprays für Kraft, Volumen, Pflege…für glattes oder lockiges , für stumpfes und sprödes, langes oder kurzes Haar.

Die Auswahl an Haarpflegeprodukten ist schier unendlich und wüsste ich nicht ungefähr was sich für mich eignet würde ich wohl jedes Mal wieder vor den vollbepackten Regalen stehen und mich fragen, was wohl schlussendlich in meinem Einkaufskörbchen landet. Natürlich teste ich hier und da immer mal wieder etwas Neues, etwas das gerade im Angebot ist, gut riecht oder schlichtweg hübsch aussieht, dennoch bin auch ich reglmäßig mit der Masse an verschiedenen Produkten überfordert. Davon abgesehen kosten neue Trendprodukte und bestimmte Marken auf Dauer auch eine Menge Geld.

Ich bin mit dem Thema „Haare“ sozusagen groß geworden. Wenn Mama Friseurin ist und man schon von Kindesbeinen an bei Dauerwellen und Haare färben helfen darf bekommt man schnell einen Einblick und ein Händchen für Produkte die man benötigt und die für einen selbst sinnvoll sind. Durch eben meine liebe Mama bin ich auch sehr experimentierfreudig was meine eigenen Haare angeht. In meinem Leben kamen und gingen schon die verschiedensten Frisuren und Farben und oftmals habe ich meinem Haar mit diesen Experimenten nichts Gutes getan.

Erst jüngst entschied ich mich dazu mich an knallbunt zu versuchen. Für meine jahrelang schwarz gefärbte Mähne hieß das erst einmal bleichen. Meine Haare waren zu diesem Zeitpunkt etwa 50 cm lang. Nach einem Mal bleichen reichte das blond allemal aus um die verschiedensten Farben darauf zu testen. Ich ging von rosa, zu pink, zu magenta wieder zu blond, zu türkis/blau und wieder zurück zu magenta. Wäre alles nicht so tragisch gewesen, wenn ich mich in meinem Wahn nicht vorher noch für eine Dauerwelle entschieden hätte. Es musste schließlich mehr Volumen her. Nicht das meine Mutti mich nicht gewarnt hätte…aber wie das so ist mit den Tips von Mama. Links rein und rechts wieder raus.

Gesagt getan….nach etwa acht Monaten rum probieren und verändern waren meine Haare so mitgenommen, dass man Sie eigentlich nur noch hätte abschneiden können. Schlussendlich entschied ich mich den Farben wieder zu entsagen und ging zurück zu schwarz. Aufgrund des Zustandes, besonders meiner Spitzen, entschied ich mich für diversen Pflegekurenund Öle und gegen glätten, fönen und andere strapazierende Prozeduren. Nach einigen Wochen entschied ich mich dann jedoch dazu etwa die Hälfte meiner mühsam gezüchteten Mähne abschneiden zu lassen. Ein schwarzer Tag in 2017!!! Aber was soll ich sagen, was tot ist kann man nunmal nicht wiederbeleben.

Nachdem der Versuch der Rettung eindeutig gescheitert war fragte ich mich ob es möglich sei ganz ohne zusätzliche Produkte sein Haar gesund zu pflegen. Ich hatte schon öfter gehört, dass man ab und an eine Waschpause einlegen und die Kopfhaut ausfetten lassen soll um den natürlichen Schutz für Kopfhaut und Haar zu gewährleisten. Das es aber auch die Möglichkeit gibt NUR Wasser zur täglichen Pflege zu benutzen war mir nicht wirklich geläufig. Die „only water“ Methode zu deutsch „nur Wasser“ soll dafür sorgen, dass ganz ohne Schampoo oder Spülung ein natürliches Gleichgewicht für Haare und Kopfhaut erreicht wird. Die Produktion von Fett und Talg soll sich nach einiger Zeit so einpendeln, dass es möglich ist Überschüsse nur mit Wasser zu entfernen. Außerdem sollte es nicht mehr nötig sein das Haar öfter als ein bis zweimal in der Woche zu waschen.

 


 

Der Plan:

Ich wasche mir 4 Wochen lang meine Haare ausschließlich mit Wasser. Schampoo und Spülung wird in dieser Zeit komplett aus meinem Alltag verbannt. Des Weiteren bürste ich meine Haare mehrmals täglich um zu gewährleisten, dass der pflegende Fettanteil meine Haarspitzen erreicht und überschüssiger Talg ausgebürstet wird. Fönen, glätten oder Lockenstäbe versuche ich zu vermeiden.

 

Der Test:

Start meines Tests war der 17.09.2017. Ich peile den 16.10.2017 als Ziel an.

Aktuell befinde ich mich bei Tag 12 meines Experiments. Nachdem ich mich vorher eingehend informiert habe weiß ich bereits, dass es durchaus 3-4 Wochen dauern kann, bis sich die Talgproduktion normalisiert und das Auswaschen einfacher wird. Aber angeblich soll es sich lohnen durchzuhalten.

 

Der Verlauf:

Bereits am zweiten Tag fühlte ich mich sehr unwohl. Ich bin es gewohnt meine Haare beinahe jeden Tag zu waschen, was vermutlich zur Folge hat, dass Sie deutlich schneller fettig aussehen als wenn ich sie nur jeden dritten Tag waschen würde. Meine Haare begannen also bereits an Tag zwei strähnig und fettig zu wirken und fühlten sich für mich auch schon nicht mehr angenehm an. Am dritten Tag hatte ich sogar nach dem duschen das Gefühl nicht richtig sauber zu sein, was dazu führte, dass ich mich rundum unwohl fühlte. An offene Haare war schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken.

In den weiteren drei Tagen wurde es gefühlt immer schwerer das vorhandene Fett auszuspülen. Trotzdem ich mein Haar Strähne für Strähne wusch und das wirklich gründlich hatte ich danach ein klebriges, wachsartiges Gefühl auf dem Kopf. Auch während des Bürstens stellte ich immer wieder fest, dass das Haar schwerfälliger und klebriger war als nach dem Waschgang mit Schampoo und Spülung. An Tag 7 war ich bereits so frustriert, dass ich abbrechen wollte. Ich fühlte mich so unwohl und schmutzig, dass ich es kaum aushielt noch weiter mit „ungewaschenem“ Haar herum zu laufen. Witzigerweise fiel bis dato niemandem so recht auf, dass ich gar kein Schampoo mehr benutze. Offenbar wirkte es auf mich schlimmer als auf mein Umfeld.

Die nächsten ein zwei Tage hatte ich dann das Gefühl, dass sich die Talgproduktion langsam verringert. Zumindest sahen meine Haare nach dem Trocknen nicht fettig aus und hatten einen schönen Glanz. Des Weiteren hatte ich das Gefühl , dass Sie viel griffiger und voluminöser waren als sonst und allgemein sehr schön fielen.

Danach ging es leider wieder bergab. Der Fettgehalt war, besonders am morgen, so extrem, dass ich bei jedem durchbürsten eine perfekt liegende Frisur hatte, die sich keinen Milimeter mehr bewegte. Vor lauter unwohlsein wusch ich dann wirklich jeden Tag mit Wasser gründlichst durch, in der Hoffnung, dass sich endlich etwas änderte. Ich hielt mich daran mehrmals am Tag gründlich zu bürsten und bemerkte dann auch irgendwann, dass meine Bürste völlig vertalgt war. Ich muss zugeben, dass ich das äußerst abstoßend fand. Leider änderte sich dadurch weder die Talgmenge noch das Gefühl wenn ich durch mein Haar strich. Es war noch immer klebrig und wachsartig und ich hatte das Gefühl, dass ich ganz weit davon entfernt war eine luftig weiche und gesunde Mähne zu bekommen.

Mittlerweile bin ich bei Tag 12 angekommen und stelle noch immer keine entscheidende Veränderung fest. Wirklich nur durch mein Haar fassen möchte ich gar nicht, weil es für mich ein äußerst ekeliges Gefühl ist. Zudem komme ich mit den Fingern so oder so kaum durch. Das einzig positive ist, dass ich weder Knoten noch Verfilzungen feststellen kann und mit der Bürste komme ich wortwörtlich butterweich durch. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen um meine Spitzen. Da meine Haare ja nun schon einiges hinter sich haben, habe ich Sie am Wochenende noch einmal schneiden lassen. Der sehr trockene Teil ist nun fast weg, dennoch ist der letzte Rest sehr spröde. Leider stelle ich auch hier keine Verbesserung fest. Im Gegenteil. Ich habe eher das Gefühl, das es an diesen Stellen besonders spröde und trocken ist und sich nicht bändigen lässt. Da ich nun ja nur mit Wasser wasche, versuche ich auch auf Hilfsmittel wie Haarspray zu verzichten, was allerdings aktuell fast unmöglich ist, wenn ich halbwegs ordentlich auf die Straße gehen möchte.

Bis zum Ende meines Experimentes sind es noch 16 Tage die ich überstehen muss. Ich muss leider zugeben, dass es mir aktuell jeden Tag in den Fingern juckt einfach Schampoo zu greifen und das Ganze zu beenden, aber dann würde ich wohl nie erfahren ob es doch erfolgreich sein kann. Deswegen Augen zu und durch, was wohl auch besser ist weil ich aktuell gar nicht hinsehen mag.

Wenn Ihr Lust habt den Verlauf dieses Experimentes mitzuverfolgen, dann schaut auf jeden Fall auf meinen anderen social media Kanälen vorbei. Bei Instagram berichte ich euch regelmäßig in meiner Story darüber und auf meinem Youtube Kanal habe ich bereits ein Video dazu hochgeladen. Ein weiteres wird am Ende der Zeit folgen.

 

Eure Nadine

 

 

 

 

 

 

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