Plötzlich vegan !?

Ein Burger hier, ein Schinken-Käse Croissant da, der Kakao zum Frühstück oder die Hühnersuppe wenn uns die Erkältung erwischt hat. In unserer Ernährung finden wir seit je her, zu jeder Tageszeit tierische Produkte auf unserem Teller. Ganz gleich ob als Steak, Schnitzel oder Hackfleisch, in seiner mehr oder weniger reinsten Form, oder auch als verabeitetes Produkt in Wurst, Käse, Milchprodukten und vielen weiteren Lebensmitteln.

Für die meisten von uns ist es ganz normal im Supermarkt einfach nach dem zu greifen was wir kennen und mögen. Natürlich. Warum denn auch nicht? Die Auswahl ist schließlich riesengroß und wir können ganz gemütlich nach Lust und Laune entscheiden wonach uns gerade der Sinn steht. Wichtig dabei ist doch eigentlich nur, dass wir uns gesund und ausgewogen ernähren, oder?

So oder so ähnlich haben es die meisten von uns „gelernt“ oder von Ihren Eltern übernommen. Dazu kommen noch etliche Studien und Medienberichte die unser Essverhalten nachhaltig beeinflussen. Aber haben wir uns eigentlich jemals selbstständig damit befasst was wir eigentlich essen und vor allem wo unser Essen herkommt? Na ich nicht. Jedenfalls nicht bis vor ca. 3 Monaten.

Es war der 07.10.2017 an dem meine Freundin und ich mal wieder Langeweile hatten und nicht wussten was wir mit unserem Abend anfangen sollten. Netflix sei Dank boten sich viele Dokumentationen an, unseren Abend interessanter zu gestalten. Aus irgendeinem Grund weckte das Titelbild der Doku „What the health“ direkt mein Interesse und so entschieden wir uns diese anzusehen. Aufgrund des Titels und auch des Titelbildes war mir schon klar, dass es sich um das Thema Gesundheit und Ernährung handeln musste. Was uns jedoch erwartete war mir vorher nicht klar.

Ich möchte hier gar nicht weit in den Film selbst vorgreifen, doch Tatsache ist, dass direkt danach die Entscheidung für mich und meine Freundin glasklar war. „Schatz, ich möchte sowas nicht mehr essen.“, sagte meine Freundin danach zu mir. Damit meinte sie tierische Produkte und Erzeugnisse, sowie Produkte in denen solche verarbeitet werden. „Veganismus“ nennt man diese Form der Ernährung, die aber durchaus noch viele weitere Unterscheidungen kennt. Den meisten Menschen entlockt dieser Begriff höchstens ein müdes Lächeln oder die Aussage „Das wäre mir zu extrem“.

Auch wir haben zu diesen Menschen gehört. Menschen die in erster Linie überhaupt keine Ahnung haben, was in der Nahrungsmittelproduktion überhaupt vor sich geht. Menschen die keinerlei Bezug zu ihrem Essen oder dem Lebewesen haben was dahinter steht. Menschen die noch nie mit eigenen Augen gesehen haben was mit ihrem „Essen“ passiert, bevor es rosafarben und abgepackt im Kühlregal landet. Menschen die nicht unbedingt ignorant und unwissend sein WOLLEN, sondern denen ganz absichtlich und mit gutem Gewissen eine Geschichte erzählt wird. Eine Geschichte die von glücklichen Kühen, Schweinen und Hühnern handelt. Eine Geschichte von freundlichen Bauern die ihre Tiere bis ins hohe Alter auf der Wiese, an frischer Luft und Sonnenschein grasen lassen, bis sie alt und schwach sind. Es ist die Geschichte die wir alle kennen und tagtäglich sehen. Auf Milchverpackungen, Joghurtbechern oder auf dem Banner hinter der Kühltheke. Der Aufdruck „Bio“ oder „Freilandhaltung“ gibt uns außerdem das Gute Gefühl für uns und das Tier fair und richtig gehandelt zu haben.

Was soll ich sagen? Nachdem ich die bereits genannte Doku gesehen hatte, war mein Blick auf die grüne Wiese auf der Milchpackung bereits getrübt und verschleiert. Ich sah mir weitere Dokumentationen, Youtube Videos sowie Medienberichte an und wurde mit jedem Mal ein bischen wütender, war angeekelt und sauer auf mich selbst, dass ich so lange an dieses verfluchte Ammenmärchen geglaubt hatte. Ein Märchen, ja genau das war es und ist es. Die grüne Wiese gibt es nicht, die Freilandhaltung ist ein synonym für ein paar cm mehr Platz in einem trotzdem überfüllten Stall und das Bio Siegel? Einfach nur ein Marketingtrick um mehr Geld für den gleichen Abfall zu verdienen und den Menschen das Gefühl zu vermitteln etwas vermeintlich Gutes zu tun.

Nachdem ich sehr viel recherchiert habe weiß ich nun das über 90% unserer Fleisch- und Milcherzeugnisse aus der Massentierhaltung stammen. Ich weiß außerdem, dass jedes Tier, das in einem solchen Betrieb „lebt“ Höllenqualen leidet, krank, einsam und traurig ist. Ich weiß, dass es keinen Unterschied gibt zwischen den Gefühlen eines Hundes, einer Katze, einem Schwein oder einem Rind. Ich weiß, dass jedes Jahr mehr als 750 Millionen Tiere geschlachtet werden und das allein in Deutschland. Ich weiß , dass es barbarisch und unmenschlich ist wie wir anderen Lebewesen auf unserem Planeten gegenüber treten. Und was ich vor allem weiß ist, dass es absolut unnötig für uns ist anderen Lebewesen dieses Leid zuzufügen. Wir brauchen weder ihr Fleisch, noch ihre Muttermilch oder ihre Eier um rundum versorgt zu sein. Wir haben das größte Nahrungsmittelangebot seit je her und sind nicht darauf angewiesen anderen Lebewesen derartiges Leid zuzufügen.

Ja, es mag bei vielen Menschen Unverständnis auslösen, dass wir uns so entschieden haben und es kursieren noch immer viele Gerüchte und Märchen rund um unsere Ernährung. Für mich persönlich löst es nur noch Unverständnis aus wenn ich sehe wie verschwenderisch und unmennschlich wir mit unseren Mitbewohnern, unserer Ernährung, unserer Gesundheit und unserer Umwelt umgehen und für uns ist klar, dass wir diese Abartigkeiten nicht weiter unterstützen möchten. Solltet ihr selbst Interesse haben euch zu informieren wo euer Essen herkommt, wie es produziert wird und was es für Auswirkungen auf euch und eure Umwelt hat, dann lege ich euch Dokumentationen wie „What the health“, „Earthlings“ oder „Cowspiracy“ ans Herz. Es gibt natürlich noch etliche weitere und viele Internetseiten und auch Youtube Kanäle die euch aufklären können. Aber an dieser Stelle möchte ich nur noch loswerden: BITTE infomiert euch! Ihr habt das Recht zu wissen was um euch herum geschieht. Lasst euch von der Industrie nicht verarschen.

In diesem Sinne #veganwerdenwaslosdigga.

 

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. berriebetty sagt:

    Hallo liebe Alina. 😊

    Vielen Dank für dein Feedback. Ich freue mich immer total wenn jemandem meine Artikel gefallen. Vielen Dank auch dafür das du meinem Blog folgst. Mir bedeutet jeder Leser sehr viel und ich hoffe du hast weiterhin Freude am Lesen 😊.

    Liebe Grüße

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  2. Alina sagt:

    Ich find das total super!!! Auch wundervoll geschrieben, ich bin gespannt auf mehr von dir! Liebe Grüße

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  3. berriebetty sagt:

    Ja einen Film der es aus der psychologischen Warte beleuchtet könnte ich dir gerade auch nicht nennen aber interessant wäre es auf jeden Fall. Ich vermute es liegt an einer Kombination aus Werbemaßnahmen, Tradition und Gewohnheit und vor allem an immer wieder neuen Studien denen die Leute einfach Glauben schenken. Das schlimme ist nämlich das Studien oder „Lebensmittelskandale“ immer ganz groß in den Medien sind. Die wirklich wichtigen Faktoren wie Tierleid, Umwelt und auch Gesundheit werden vor den Menschen absichtlich verschleiert was ich für grob fahrlässig halte.

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  4. berriebetty sagt:

    Da bin ich ganz bei dir. Wobei ich es gut und wichtig finde das auch dieses Thema offen angesprochen wird. Es gibt ja unzählige Dokus in denen es in Erster Linie um das Leid der Tiere geht, was meiner Meinung nach natürlich absolut unmenschlich ist. Dennoch darf das einfach nicht vergessen werden. Klingt nach Phrase aber wir haben nunmal nur diese eine Erde und so wie wir uns momentan verhalten wird es die wohl nicht mehr lange geben 😔.

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  5. berriebetty sagt:

    Habe ich gesehen ja. Warum fragst du?

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  6. Ja, ich fand es auch gut, dass alles in einen Zusammenhang gebracht wurde. Ich hätte aber noch gut gefunden, wenn es irgendwie eine psychologische Betrachtung gegeben hätte, warumd er Fleischkonsum gestiegen ist, also die Mechanismen dahinter. Ich merke ja an mir selber, wie schwer es mir fällt, vegan zu leben, also kann ich auch verstehen, dass man mit dem Thema so umgehen muss, dass man die Menschen nicht abblocken.

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  7. Den hab ich gestern gesehen und der hat mich wirklich geschockt bezüglich der Haltung der Umweltorganisationen.

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  8. Noch eine Frage: Hast du Cowspiracy gesehen?

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  9. berriebetty sagt:

    Na das ist doch aber schon super 😊. Wenn du irgendwelche Fragen hast stell sie auch gern. Ich hab auch noch einen Youtube Kanal da mache ich seit kurzem auch Foodhauls. Vllt hilft dir das ja auch ein bißchen. Heißt genauso wie mein Blog .😊

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  10. Hey! Respekt! Ich versuche den tierischen Anteil zu reduzieren. Eine ganze Weile kaufe ich schon kein Fleisch mehr, mache aber ausnahmen, wenn ich irgendwo zu Gast bin. Gerade kaufe ich halt nur Milch, Käse etc. wenn sie im Angebot wegen MHD sind, aber dann auch meistens in Bioqualität. Mir fällt hält extern vegan leben sehr schwer, aber vegetarisch habe ich ja auch geschafft, also brauche ich wohl eher meine Zeit. Deswegen lese ich auch gerne solche Blogs, um am Ball zu bleiben^^

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  11. berriebetty sagt:

    Hey meine liebe. Erstmal ein großes Dankeschön für deinen Kommentar. Ich freue mich immer sehr wenn Meine Artikel euch gefallen und vor allem auch wenn sich Menschen daran aktiv beteiligen.

    Bei uns war es tatsächlich eine „von heute auf morgen“ Umstellung wobei wir auch Lebensmittel die wir noch im Haus hatten aufgebraucht haben, denn dafür haben wir auch Geld bezahlt und außerdem mußte das Tier dann wenigstens nicht für die Mülltonne leiden.
    Ich bin sowieso absolut dagegen Essen zu verschwenden und versuche immer alles aufzubrauchen. Seit wir uns umgestellt haben kaufen wir auch viel bewusster ein und Sven gerade bei frischem Obst und Gemüse darauf es erst zu kaufen wenn es benötigt wird.
    Deine Einstellung alles aufzubrauchen finde ich also auch absolut richtig 😊 und das MDH ist wie der Name schon sagt eh nur Mindesthaltbarkeit. Man kann schon an Ausseheb und Geruch sehr gut fest machen was man noch konsumieren kann.
    Stellst du dich auch gerade um?

    Liebe grüße

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  12. Ich fidne es super, dass es wirklich noch Menschen gibt, bei denen Dokus etwas bewirken! Das freut mich total. Habt ihr von heute auf morgen vegan gelebt oder gab es eine Umstellungsphase? Wie stehst du zum Thema Lebensmittelverschwendung? Ich konsumiere halt noch abgelaufene Milchprodukte, die sonst auf dem Müll landen würden.

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  13. berriebetty sagt:

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich sehr das der Artikel dir gefällt 😊😊😊.

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  14. Danke für den schönen Artikel – und Glückwunsch zur guten Entscheidung! 🙂

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